Einweihung neue Wache

Feuerwehr Dollbergen duscht nun getrennt

Einweihung Nun ist das neue Gerätehaus offiziell in Feuerwehrhand: Gestern am 21. Januar 2012 wurden die Schlüssel für die neue Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Dollbergen übergeben. Im Gegensatz zur alten Wache, in der lediglich eine winzige Toilette allen Ansprüchen genügen musste, gibt es hier an der Bahnhofstraße 41 Sanitärräume, getrennte Bereiche zum duschen und umkleiden.
Zu der feierlichen Einweihung waren zahlreiche Gäste eingeladen worden, die in der Fahrzeughalle feierten. Nach dem offiziellen Teil, den Reden und Grußworten, gestalteten die Kameraden mit Freunden und Familien den Rest des Abends als Party in der Feuerwache.

Das neue Feuerwehrhaus sei ein Quantensprung und Brandschutz auf hohem Niveau (Gemeindebürgermeister Werner Backeberg), ein Energiewunder (30 Prozent unter der vorgeschriebenen Norm, Frank Hacke, Gebäudeservice Uetze), ein Anreiz für Nachwuchs (Alfred Schmidt, Gemeindebrandmeister), die Kameraden sind fasziniert (Ortsbrandmeister Thomas Rolle), die FF hat eine neue Heimat gefunden (und sie hat es verdient, Ortsbürgermeister Jürgen Buchholz), die Mängelliste des alten Spritzenhauses hatte Aufsehen erregt, das neue Haus ist ein Meilenstein (Detlef Hilgert, stellvertretender Regionsbrandmeister) – so und ähnlich äußerten sich die Redner in ihren Grußworten über den Neubau der Ortswehr Dollbergen.

70 bis 90 Jahre soll das Gerätehaus nutzbar sein – 70 Jahre real und 20 Jahre Wartezeit auf einen Nachfolgebau, so jedenfalls die augenzwinkernden Bemerkungen zu der extrem langen Planungsphase bezüglich der Dollberger Wache. Die Herstellungskosten von 1,476 Millionen Euro machen lediglich 20 Prozent der Lebensdauer-Betriebskosten aus, rechnete Frank Hacke vor.

„Was lange währt…“ Im Gespräch war ein Neubau für Dollbergen schon seit längerem. Bürgermeister Backeberg listete den Ablauf seit Anfang 2008 bis zur Fertigstellung Mitte Dezember. Tatsächlich beschäftigt das Thema die lokale Politik bereits seit etwa 30 Jahren, wie sich Dollbergens Bürgermeister Jürgen Buchholz erinnerte. Er sprach auch als auch als Vertreter des Turnvereins und rief den Großbrand des Sportheims im vergangenen Juni ins Gedächtnis, das die Feuerwehr zwar nicht habe retten können, die jedoch Großes bei der Verhinderung vom Übergreifen der Flammen auf Turnhalle und TSV-Sanitärtrakt geleistet hätte. Er schenkte dem Kommando einen angesengten Wimpel aus der Brandruine.

Auch der Ortsbrandmeister Rolle betonte, ein Neubau wäre schon vor zwei Jahrzehnten dringend nötig gewesen. Dass aber schließlich mit der Wahl des nun idealen zentralen Standorts und dem Glücksfall, aus logistischen Gründen ein planungsgleiches Gerätehaus wie im größeren Ort Hänigsen zu erhalten, sich schlussendlich alles zum Guten gewendet habe, sei mit großer Freude und Dankbarkeit in der Ortswehr aufgenommen worden. Er bedankte sich bei der Gemeinde, trotz der Dringlichkeit keinen Schnellschuss geleistet zu haben, wie etwa 1991 mit dem Behelfsbau einer zweiten Garage am Festplatz. Gemeinsam hätte man in der Endphase der Verwirklichung ideale Lösungen für alle Probleme gefunden. Die jetzige Situation sei perfekt.

Die Verhältnisse an der Alten Dorfstraße 25 als unmodern zu bezeichnen, wäre eine dreiste Untertreibung. Nach Forderungen der Feuerwehrunfallkasse hätte die alte Wache schon seit Jahren ausgemustert gehört. Eine schmuddelige, enge Garage für zwei Fahrzeuge und Haken an den maroden Wänden drum herum für die Ausrüstung der Einsatzkräfte – kein Vergleich mit der neuen Einrichtung – war seit 1957 die Heimstatt und Ausgangsort für so manchen Einsatz im Dorf und in der Umgebung.

Nun ist in dem schönen, funktionalen Gebäude mit der neuen Adresse Bahnhofstraße 41 Platz für alle vier Fahrzeuge (mit Abgasabsauganlagen), es gibt separate Räume zum Umkleiden und Duschen, sowie Toiletten, Werkstatt, Atemschutz- Trockenraum, Dienstzimmer des Ortsbrandmeisters, Schulungs-, Lager- und Bereitschaftsraum. Dazu gibt es noch ein Zimmer für die Kleiderkammer der Gemeinde. Ja, und das war nur das Erdgeschoss. Im oberen Stock ist Platz für die Jugendfeuerwehr, einen großen Konferenzsaal, Lehrmittelraum und eine Küche gibt es auch. Macht etwa 800 Quadratmeter Nutzfläche. Und die Fahrzeuge der Einsatzkräfte können jetzt – mit eigener Zufahrt – auf dem Gelände geparkt werden.

Etwa 20 Handwerksbetriebe haben am Neubau mitgearbeitet. Zu erwähnen wären noch die Einrichtungen, die von dem Hänigser Unternehmen Köttermann zu äußerst günstigen Konditionen bezogen wurden. In den letzten Wochen waren die Kameraden unermüdlich im Einsatz, um ihren neuen Stützpunkt einzurichten. Insbesondere Rentner Wollmann wurde bei den Feierlichkeiten als Einbauer hervorgehoben. Bei den Danksagungen darf die Hilfe der Mitglieder des Reitvereins nicht vergessen werden, die nach einer kurzen Anfrage per Mail spontan die Bedienung der Gäste übernommen hatten.

Für die Beköstigung des offiziellen Teils hatte die Dollbergen-Wehr den Partyservice der Fleischerei Hoppe aus Hänigsen engagiert – Andreas Grossmann und Udo Haberlander schöpften schmackhaftes Geschnetzeltes von Schwein und Pute auf die Teller und servierten frische Salate mit Yoghurtdressing dazu. Gar mancher der Eingeladenen holte sich einen Nachschlag der leckeren Speisen. Im kameradschaftlichen Teil später am Abend ließen sich die Feuerwehrleute etliche appetitlich angerichtete kalte Platten vom örtlichen Catering des Supermarktes bringen. Axel Schumann hatte beim oben erwähnten Großbrand, ohne zu zögern, auf Anfrage persönlich Frühstück an den Einsatzort gebracht – an einem Sonntagmorgen.

Der Förderverein der Feuerwehr schenkte den Aktiven und ihren Angehörigen eine unvergessliche Überraschung mit einer Feuertaufe für die neue Wache: der Feuerkünstler Neoses aus Hänigsen bezauberte die Gäste am späten Abend mit einer tollen Show aus Feuer und Flammen. Das Gerätehaus wurde dabei aber nicht angesengt. Die Feuerwehrleute, die sonst im Löschen jeder Flamme ihre Berufung sehen, durften sich entspannt zurücklehnen und die Show genießen. Zur Erinnerung an die Bauzeit gab es zudem ein von Judith schön gestaltetes Fotobuch, das sehr viel Beachtung fand.

Tja, dieser Artikel ist etwas länger geworden, aber so eine Einweihung passiert eben nicht alle Tage.
Was hier an Informationen – trotz des überlangen Textes – keinen Platz gefunden hat, können Bürger Dollbergens am 19. Februar erfahren, wenn die Ortswehr ihren interessierten Nachbarn bei einem Frühstück im Gerätehaus die Wache zeigen möchte. Die ganz große Schau ist als Tag der offenen Tür unter dem Motto: „die Feuerwehr lädt ein“ im Sommer geplant.